Veranstaltungen im Postfuhramt
29.05.2009 bis 19.07.2009: Deutsche Börse Photography Prize 2009
Paul Graham . Emily Jacir
Tod Papageorge . Taryn Simon
C/O Berlin, International Forum For Visual Dialogues, präsentiert vom 29. Mai bis 19. Juli 2009 die Ausstellung Deutsche Börse Photography Prize 2009 der Photographers' Gallery, London, mit Werken von Paul Graham, Emily Jacir, Tod Papageorge und Taryn Simon. Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 28. Mai 2009, ab 19 Uhr bei C/O Berlin im Postfuhramt statt. Zeitgleich zeigt C/O Berlin unter dem Titel Visions of Our Time die fotografische Sammlung der Deutschen Börse.
Paul Graham, Emily Jacir, Tod Papageorge und Taryn Simon, die Finalisten des Deutsche Börse Photography Prize 2009, dokumentieren mit ihren vielschichtigen Arbeiten beeindruckend das gesamte Spektrum menschlichen Lebens. Die Farbfotografien von Paul Graham zeigen die unscheinbaren Spuren des Alltags in den USA und fügen sich als Ganzes zu einer ruhigen Sozialstudie zusammen. Emily Jacir beschäftigt sich in ihrer Multimedia-Installation über den palästinensischen Intellektuellen Wael Zuaiter mit Themen wie historische Amnesie, Widerstand und der Logik von Archiven. Wie ein Blick ins Paradies hingegen erscheinen die kontemplativen Szenen menschlichen Müßiggangs, die Tod Papageorge in einer Langzeitstudie im Central Park, New York, eingefangen hat. Taryn Simon durchbricht diese Sorglosigkeit und zeigt in ihren Bildern, was im Verborgenen der amerikanischen Gesellschaft vor sich geht - erschreckend und ästhetisch zugleich.
Der Deutsche Börse Photography Prize zeichnet jährlich einen zeitgenössischen Fotokünstler beliebiger Nationalität aus, der im letzten Jahr einen bedeutenden Beitrag zur Fotografie geleistet hat - durch eine Ausstellung oder Publikation. Internationale Fotografieexperten nominieren Fotografen für den Preis, von denen vier in die Endauswahl gelangen. Die Auszeichnung, die alljährlich einen umfassenden Einblick in die aktuellen Strömungen der internationalen Fotografie gibt, wird seit 1996 von The Photographers' Gallery vergeben; seit 2005 ist die Gruppe Deutsche Börse Titelsponsor.
Die Auswahl der diesjährigen Finalisten setzt den Fokus auf Künstler, die sich in ihrer fotografischen Arbeit mit wichtigen sozialen und politischen Themen auseinandersetzen. Im März 2009 erhielt Paul Graham die mit 30.000 GBP dotierte Auszeichnung für seine Arbeit "A Shimmer of Possibility".
Das Engagement für Fotokunst ist ein wesentliches Element der Corporate Responsibility-Aktivitäten der Gruppe Deutsche Börse. Kontinuierlich unterstützt das Unternehmen Museen und Institutionen bei ihren Ausstellungsprojekten. Somit ist die Deutsche Börse einer der wichtigsten Förderer zeitgenössischer Fotografie.
Die Photographers' Gallery ist heute international einer der wichtigsten Ausstellungsorte für Fotografie. Sie wurde 1971 als erste unabhängige Fotogalerie im Zentrum von London gegründet und gilt als eines der bestbesuchten öffentlichen Ausstellungshäuser in Großbritannien. Die im Februar 2009 eröffnete Ausstellung des Deutsche Börse Photography Prize wurde von Stefanie Braun von der Photographers' Gallery kuratiert. Im Herbst wird die Ausstellung in der Neuen Börse in Frankfurt gezeigt. Begleitend erscheint ein zweisprachiger Katalog auf deutsch und englisch
Paul Graham (1956 in Großbritannien geboren) wurde für seinen Bildband "a shimmer of possibility" (steidlMACK, Oktober 2007) nominiert. Grahams Installation umfasst eine Auswahl von Bildern aus "A Shimmer of Possibility", die während einer Reise durch die USA zwischen 2004 und 2006 entstanden. Die Arbeiten erschienen erstmalig in Form einer 12-bändigen Publikation, wobei die Anzahl der Bilder zwischen einem und sechzig Fotos je Buch variiert. Grahams ruhige fotografische Momente finden besonderen Gefallen an alltäglichen Situationen, wie etwa einem Basketballspiel oder das Warten auf den Bus. Sie fungieren als "filmische Haikus", kleine Bäche aus Zeit in denen nicht viel passiert, aber alles im Strom des Lebens glitzert.
Tod Papageorge (1940 in den USA geboren) wurde für seine Ausstellung "Passing Through Eden: Photographs of Central Park" in der Michael Hoppe Galerie, London ( 7. März - 12. April 2008) in die Shortlist aufgenommen. Tod Papageorges Bilder in "Passing Through Eden" sind eine poetische Studie des Central Park, entstanden während seines Aufenthalts in New York zwischen 1966 und 1991. Bestückt mit einer Mittelformatkamera, tauchte Papageorge in das frei fließende Parkleben ein um ein möglichst breites Spektrum menschlicher Aktivitäten einzufangen. Nachträglich orientierte sich Papageorge an der Genesis um dem Buch und der Ausstellung seiner Arbeit eine sequenzielle Ordnung zu verleihen. Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind eine kleine, aber bezeichnende Auswahl aus einem viel breiteren fotografischen Werk.
Taryn Simon (1975 in den USA geboren) wurde für ihre Ausstellung "An American Index of the Hidden and Unfamiliar" in der Photographer´s Gallery, London (28. August - 29. November 2007) nominiert. Für "An American Index of the Hidden and Unfamiliar" (2003-2007) führt Simon eine Bestandsaufnahme dessen durch, was innerhalb der amerikanischen Grenzen versteckt und außer Sichtweite liegt. Die duale Rolle des scharfsinnigen Informanten und des Kuriositätensammlers einnehmend, begutachtet sie eine Kultur mithilfe der sorgfältigen Überprüfung diverser Subjekte aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Gesundheitswesen, Unterhaltung, Umwelt, Sicherheit und Religion. Simon kreiert eine Sammlung von Werken, die eine nationale Identität reflektieren und bloßlegen, wobei sie die Kluft zwischen denjenigen, die Zugang dazu haben und denen, die ihn nicht haben, aufzeigt.
Emily Jacir (1970 in Kuwait geboren) wurde für ihre Ausstellung "Material for a Film" ( seit 2004) auf der Venedig Biennale 2007 in die Shortlist aufgenommen. "Material for a Film" verfolgt das Leben des paläs- tinensischen Intellektuellen Wael Zuaiter, der 1972 von israelischen Agenten in Rom ermordet wurde. Als offene Multimedia- Installation konzipiert, wird Zuaiters Leben mithilfe von Fotografien, Filmausschnitten, Landkarten und Textdokumenten wie Zeitungen, Notizen und Briefen erzählt. Eine Auswahl der Arbeiten aus der Installation in Venedig wird jetzt als Teil des Photography Prizes präsentiert. Das Projekt spiegelt Jacirs anhaltendes Interesse an Themen wie historische Amnesie, Wiederstand und der Logik von Archiven wider.
Deutsche Börse Photography Prize 2009
Paul Graham . Emily Jacir
Tod Papageorge . Taryn Simon
Ausstellung 29. Mai bis 19. Juli 2009
Öffnungszeiten täglich . 11 bis 20 Uhr
Eintritt 7 Euro . ermäßigt 5 Euro
Ort C/O Berlin . Postfuhramt
Oranienburger Straße / Ecke Tucholskystraße . 10117 Berlin
Telefon (030) 28 09 19 25
(Stand: 14. April 2009)